Manchmal sitzt man abends alleine da und merkt plötzlich, wie müde man eigentlich ist. Nicht nur körperlich. Sondern innerlich.
Müde davon, immer stark zu sein.
Immer zu funktionieren.
Immer die Person zu sein, die alles irgendwie hinbekommt.
Und trotzdem antwortet man weiter mit:
„Alles okay.“
Weil man irgendwann gelernt hat, dass die eigenen Gefühle nicht zu viel Raum brauchen sollten.
Es gibt Menschen, die schon früh verstanden haben, dass sie vor allem dann geliebt werden, wenn sie unkompliziert sind.
Wenn sie ruhig bleiben.
Verständnisvoll.
Hilfsbereit.
Stark.
Also beginnt man, sich selbst immer weiter zurückzunehmen.
Nicht bewusst.
Ganz langsam.
Man hört zu, während man selbst eigentlich jemanden bräuchte, der fragt:
„Und wie geht es dir wirklich?“
Man trägt die Probleme anderer mit, während die eigenen irgendwo tief innen liegen bleiben.
Ungesehen.
Unausgesprochen.
Und irgendwann passiert etwas, das viele erst sehr spät bemerken: Man funktioniert noch. Aber man fühlt sich selbst kaum noch.
Man lacht.
Antwortet.
Macht weiter.
Und gleichzeitig sitzt da diese stille Erschöpfung, die niemand wirklich sieht.

Vielleicht kennst du dieses Gefühl, für alle da zu sein und trotzdem innerlich immer leerer zu werden.
Nicht, weil du schwach bist.
Sondern weil du zu lange geglaubt hast, stark sein zu müssen, um deinen Platz im Leben anderer zu behalten.
Denn manche Menschen wurden nicht dafür geliebt, wer sie wirklich sind.
Sondern dafür, wie wenig sie gebraucht haben.
Wie verständnisvoll sie geblieben sind, selbst wenn es ihnen schlecht ging.
Und genau daraus entsteht dieser stille Druck, immer weiterzumachen.
Selbst dann, wenn innerlich längst nichts mehr geht.
Aber Müdigkeit macht dich nicht weniger wertvoll. Deine Erschöpfung macht dich nicht schwer zu lieben. Und du musst auch nicht erst zusammenbrechen, damit dein Schmerz berechtigt ist.
Du darfst weich werden, ohne dich dafür zu schämen.
Du darfst Halt brauchen, ohne dich schwach zu fühlen.
Und du darfst ehrlich sagen, dass du gerade nicht mehr kannst.
Denn Menschen, die dich nur lieben, solange du funktionierst, haben vielleicht nie wirklich gesehen, wie viel du die ganze Zeit getragen hast.
Heilung beginnt oft nicht in großen Veränderungen.
Sondern in diesem einen stillen Moment, in dem man aufhört, die eigene Erschöpfung wie ein persönliches Versagen zu behandeln.🤍
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